Die Neutorschule Mainz- ein Kleinod im Herzen der Altstadt-
  Chronologie
 



1922

Auf dem Gelände der Neutorstraße 1 steht- in unmittelbarer Nachbarschaft zur Neutorkaserne- eine Munitionsfabrik.
Diese wird in eine Volksschule für Mädchen umfunktioniert.

1924-1926
Nach Plänen des Mainzer Stadtbaurates Fritz Luft entsteht-unter Einbeziehung von Teilen der ehemaligen Munitionsfabrik-ein neuer Bau (Schulbau), der am 19. April 1926 feierlich übergeben wird und von da an eine "Städtische Volksschule" beherbergt.
Im rechten Seitenflügel befinden sich eine Küche, ein Speisesaal und Toiletten.
Dort können ärmere Mainzer Bürger ein Mittagessen erhalten.
Unter dem Hauptgebäude gibt es eine öffentliche Badeanstalt mit 27 Einzelbädern.
Die Eltern der Neutorschülerinnen und Neutorschüler werden angehalten, ihre Kinder einmal wöchentlich zum Baden zu schicken.

1931-1934
In den dreißiger Jahren bemerkt man auch in der Neutorschule den nationalsozialistischen Drill. Während der Pausen sind besondere Übungen vorgeschrieben; hinter dem Hauptgebäude befinded sich eine Hinderniswand zur sportlichen Ertüchtigung.

Schüler, die länger als 8 Jahre zur Schule gehen-es gibt noch eine 9. und 10. Klasse- müssen 8 Reichsmark Schulgeld zahlen.

1942
August; Zeitungsmeldung: "Die Neutorschule ist durch Feindeinwirkung  beschädigt.Durch das Fehlen des Daches gelangt Regenwasser in das Gebäude. Der Oberbürgermeister als Leiter der Sofortmaßnahmen erteilt den Auftrag zur Instandsetzung."

1943
Im März ist das Notdach fertigestellt.
Im Oktober werden im linken Seitenbau 200 Polen einquartiert.

1944
30.Juli: eine Minenbombe beschädigt Haustüren, Saaltüren und Fenster.
August: bauliche Sofortmaßnahmen: Inzwischen besuchen Schüler aus drei Schulbezirken die Neutorschule.

1945
01.Oktober: Allgemeiner Schulbeginn aufgrund der Anordnung der französischen Militärverwaltung.

Oktober/ November: Übersiedlung der Schülerinnen aus der Holztorschule.

Schuljahr 1945/46
In 14 Klassen werden von 12 Lehrerinnen und 1 Lehrer ca. 750 Schülerinnen unterrichtet.
Rektorin ist Susanne Lucas.

1946
Im März beginnt die Schulspeisung durch das Schweizer Hilfswerk.
An Ostern werden 150 weitere Schülerinnen eingeschult.
Das Schuljahr endet für alle Jahrgänge am 27.09..
In den Klassen besteht eine hohe Fluktuation aufgrund der rückkehrenden Familien.

1949
Rektorin Susanne Lucas stirbt.
Eleonore Dietz wird ihre Nachfolgerin, eine engagierte, von tiefem Glauben geprägte Frau; mit mütterlicher Liebe und großem Verantwortungsbewusstsein den ihr anvertrauten Kindern zugetan.
Auszug aus Ihrer Antrittsrede:
"Kinder brauchen Liebe, um wachsen zu können. In einem Schulhaus muß das Kind ganz sicher sein und geborgen vor der sinnlosen Angst, die draußen das Leben hetzt."

Sie wird in den kommenden Jahren (Jahrzehnten) bis zu ihrer Pensionierung am 30.01.1968 durch ihre starke Persönlichkeit das Schulleben in der Neutorschule prägen und mit Respekt, Achtung und Bewunderung "Mutter der Neutorschule" genannt.

1950/1951
Das Schuljahr beginnt an Ostern.
18 Lehrerinnen und 2 Lehrer  unterrichten in 27 Klassen etwa 1000 Schülerinnen.
Aufgrund dieser hohen Schüler-und Klassenzahl konnte der Raumbedarf nicht gedeckt werden, so dass "Schichtunterricht" eingeführt wurde.
Rektorin ist Eleonore Dietz.

1951/1952

In diesem Schuljahr entspannt sich die Lage etwas. In 23 Klassen werden von 15 Lehrerinnen und 1 Lehrer etwa 900 Schülerinnen unterrichtet. Der Schichtunterricht besteht weiterhin; mehrere Lehrerinnen führen 2 Klassen. 
In manchen Bereichen wird Fachunterricht eingeführt:Religion, Handarbeit, Zeichnen.
Es finden Wandertage, Ausflüge und kurze Jugendherbergsaufenthalte statt.
Französischkurse werden angeboten; ein neues Bewertungssystem wird eingeführt- es gibt Punkte statt Noten.

1962
26 Schülerinnen der Neutorschule und 13 Schüler der katholischen Bekenntnisschule Altstadt nehmen an einem Schüleraustausch mit einer Schule in Watford teil und fahren nach England.

1963
Ab Ostern wird für die Schülerinnen des 5.-8. Schuljahres die sogenannte "aufgelockerte Oberstufe" eingeführt; d.h. neben den hergebrachten Fächern gibt es Kurse in Werken, Musik, Lektüre, dramatischer Gestaltung, Gymnastik und Volkstanz, Gartenbau und Englisch.
Die Rektorin Dietz ist über die Entwicklung sehr glücklich und die Schülerinnen ebenfalls.

1968
Aufgrund der Umstrukturierung des Volksschulwesens in Grund- und Hauptschule entsteht die Hauptschule Altstadt mit 550 Schülerinnen und Schülern ab der 5. Jahrgangsstufe.
Rektor ist Helmut Guthmann.

1969
Schülerinnnen und Schüler des 9. Schuljahres absolvieren ein Betriebs-bzw. Sozialpraktikum.

1972
Juni: 50-Jahr-Feier der Schule aufgrund der Tatsache, dass in der ehemaligen Munitionsfabrik, die Fritz Luft in seine Pläne für den Bau einer Volksschule einbezog, eine Volksschule für Mädchen eingerichtet wurde.

1978
Konrektor Jochen Ziegler, Klassenlehrer eines freiwilligen 10. Schuljahres, begründet mit der Highschool in Madison (USA) eine Schulpartnerschaft. 20 Schülerinnen und Schüler nehmen an dem ersten Austausch teil.

1985
Frau Kratz wird Rektorin; 210 Schülerinnen und Schüler besuchen zur Zeit die Hauptschule Altstadt.

1989
Die Neutorschule als Hauptschule wird aufgelöst; letzte Schulentlassfeier; 90 Schülerinnen und Schüler werden andere Schulen besuchen.
 

 
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